104. Brauerstammtisch – 8. Mai 2026

104. Brauerstammtisch – 8. Mai 2026
104. Brauerstammtisch – 8. Mai 2026

Am Freitag, den 8. Mai 2026, fand unser 104. Brauerstammtisch statt – und er hatte es in sich! Elf Hobbybrauer fanden sich zusammen, um gemeinsam einen geselligen Abend zu verbringen, Erfahrungen auszutauschen und natürlich das Wichtigste nicht zu vergessen: das Verkosten selbst gebrauter Biere. Besonderes Highlight des Abends waren gleich drei verschiedene Biere von Matthias – eine beeindruckende Vielfalt, die für reichlich Gesprächsstoff und große Freude in der Runde sorgte.

Nach einer herzlichen Begrüßungsrunde und dem obligatorischen ersten Anstoßen ließ die Runde das Bier sprechen. Matthias hatte sich für diesen Abend mächtig ins Zeug gelegt und präsentierte eine beeindruckende Bandbreite seines Könnens: Von der traditionellen bayerischen Braukunst über moderne amerikanisch inspirierte Hopfenbomben bis hin zu einem wilden, aromatischen Farmhouse Ale – die Verkostung war eine Reise durch die Welt des Bieres.

Bier 1: Münchner Dunkel

Den Anfang machte ein klassisches Münchner Dunkel – und was für eines! Schon beim ersten Schluck war klar: Matthias hat hier handwerkliches Geschick bewiesen. Das Bier präsentierte sich mit einer wunderschönen, tiefen Bernsteinfarbe und überzeugte vor allem durch sein außergewöhnlich weiches Mundgefühl. Kein scharfes, kein beißendes – einfach rund, geschmeidig und angenehm trinkbar.

Mit 12 °P Stammwürze, 4,8 % Vol. und nur 23 IBU bleibt die Bitterkeit wohltuend dezent im Hintergrund. Die Hopfenkombination aus Herkules und Perle sorgt für eine feine, erdige Note, während die bewährte Lager-Hefe W34/70 dem Bier seinen sauberen, traditionellen Charakter verleiht. Ein Bier, das sich auch ein zweites und drittes Mal trinken lässt – unkompliziert, harmonisch und typisch bayerisch.

Bier 2: IPA

Dann der Stimmungswechsel: Matthias‘ IPA katapultierte die Runde direkt in die Welt der modernen Craft-Biere. Bereits beim Einschenken fiel der fantastische, cremige Schaum auf – dicht, stabil und einladend. Und der erste Schluck? Eine wahre Aromabombe! Fruchtig, saftig, tropisch – die Hopfenkombination aus Citra, Simcoe und dem eher selteneren Akoya entfaltet ein Bouquet, das die ganze Runde ins Schwärmen brachte.

Mit 14,5 °P, 7,5 % Vol. und 50 IBU ist das IPA durchaus kräftig – doch die Bitterkeit wirkt dank der fruchtigen Aromahopfung nie harsch, sondern ausgewogen und angenehm. Die Pomona-Hefe tut ihr Übriges und unterstreicht die tropische Fruchtigkeit noch zusätzlich. Kurzes Fazit der Runde: Ein IPA, das auch Skeptiker überzeugt.

Bier 3: Farmhouse Ale mit Wacholder

Der krönende Abschluss des Abends war zweifellos das Farmhouse Ale mit Wacholder – ein Bier, das die Runde sprachlos zurückließ. Bereits beim Einschenken stieg ein intensiver, verführerischer Duft nach Wacholder auf – unwillkürlich musste der ein oder andere an einen guten Gin denken. Kein Wunder: Der Wacholderzusatz dominiert die Nase auf eine elegante, aber bestimmte Weise.

Dazu gesellen sich feine Raucharomen, die dem Bier eine rustikale, urige Tiefe verleihen. Auch hier überzeugte der wunderbar dichte Schaum. Mit satten 19,5 °P Stammwürze und 8,0 % Vol. ist dieses Bier kein Leichtgewicht – Obacht ist geboten! Die niedrige Bittere von lediglich 10 IBU bei Hopfung mit Saazer lässt die aromatischen Komponenten vollständig in den Vordergrund treten. Die Kveik-Hefe Ebbegarden sorgt für den typisch wilden, leicht esterschweren Charakter eines echten Farmhouse Ales und harmoniert perfekt mit dem Wacholder.

Dieses Bier ist mutig, kreativ und handwerklich auf höchstem Niveau – ein echtes Highlight des Abends und sicher eines der ungewöhnlichsten Biere, die je am Stammtisch verkostet wurden.

Ein Abend, drei Biere, viel Spaß

Drei Biere, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch hat jedes auf seine eigene Art die Runde begeistert. Von der bodenständigen bayerischen Tradition über eine fruchtige Hopfenbombe bis hin zum experimentellen Farmhouse Ale: Dieser Abend hat wieder einmal gezeigt, wie vielseitig und kreativ das Hobbybrauen sein kann. Die elf anwesenden Brauer waren sich einig: Das war ein ganz besonderer Stammtisch.

Wir freuen uns schon auf den nächsten Stammtisch und sind gespannt, welche Biere und Überraschungen uns dann erwarten!

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